GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 19. Mai 2010

 

Pfingsten

Klaus Marheinecke
Kath. Kirchengemeinde MARIÄ HIMMELFAHRT
E-Mail: KlausMarheinecke@gmx.de

 

 

 Die Feste Christi Himmelfahrt und Pfingsten gehören eng zusammen. Es wäre schlichtweg falsch gewesen, wenn Jesus Christus seine Anhänger, also die Apostel, Jünger und auch sehr viele Frauen nach seiner Himmelfahrt hier auf Erden trostlos zurück gelassen hätte. Ganz im Gegenteil, er wollte doch seine Lehre der Liebe über die ganze Welt verbreiten und eine mächtige, allumfassende Kirche gründen. Seine Absicht war nicht, eine irdische Macht zu erstellen, sondern seine Liebe unter den Menschen auszubreiten, die so verschieden von allen irdischen Mächten war. Deswegen sandte er seinen Heiligen Geist auf die versammelte Jüngerschar in Jerusalem herab. Pfingsten kommt von Pentekostes was wörtlich übersetzt heißt = Fünfzig Tage (nach Ostern.) Da waren die Apostel und Jünger zusammen in einem Hause versammelt. Dort kam gemäß der Schrift der Heilige Geist in einem gewaltigen Brausen über sie. Andere sagen, der Geist Gottes überschattete sie und sie begannen in Sprachen zu reden. Wie soll man das in Jerusalem, diesem Mischtiegel der Völker an diesen Feiertagen verstehen?

  Sie legten also plötzlich ihre Verängstigung ab, traten mutig vor das Volk und begannen die Lehre Christi zu verkünden. Diese Lehre gipfelte in der Liebe Gottes zu den Menschen und in der Liebe der Menschen zueinander. Alle verstanden sie in ihrer Sprache. Das war damals unerhört, weil bis dahin das Gesetz der Juden Aug um Aug, Zahn um Zahn galt. Ich wage hier einmal den Vergleich mit der heutigen politischen Lage in Palästina. Oder denken wir an die Gedenkfeiern in diesen Wochen für die Millionen von Juden, die in deutschen KZs umkamen. Ich habe bis heute kein Wort von Vergeltung oder Rache gehört. Das nährt in mir die Hoffnung, dass sowohl in Deutschland als auch in Israel der Geist der Liebe und des Friedens einkehren kann. Pfingsten ist nun einmal das Fest des Heiligen Geistes, der in jedem von uns schlummert. Keiner will bewußt Unfrieden oder Streit.
Fangen wir also bei uns selber an! Dann ist schon viel getan , meint
Ihr Klaus Marheinecke