GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung

am 07. April 2010

Was bleibt von der Nacht?

P. Hans-Joachim Winkens SAC
Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde
MARIÄ HIMMELFAHRT
E-Mail: hwinkens@web.de

 

Der zentrale Gottesdienst des Osterfestes war die Osternacht. Wer diesen Nachtgottesdienst zum Auftakt der Osterzeit besucht hat, mag sich fragen: „Warum ist dieser Gottesdienst so anders?“. Diese Frage ist berechtigt und hat ein sehr altes Vorbild. In der jüdischen Pessachliturgie gibt es den Brauch, dass der Jüngste der Familie den Hausvater fragt: „Warum ist diese Nacht so anders als alle anderen Nächte?“ Darauf erklärt der Hausvater, woher diese Feier kommt und was ihre Riten bedeuten. Den biblischen Hintergrund finden wir im Buch Exodus, Kapitel 12.
Warum ist diese Nacht so anders als alle anderen Nächte? Die Osternacht begann mit der Lichtfeier am Osterfeuer draußen vor der Kirche. Es wird deutlich: Auch wenn wir im Dunkeln stehen, wir sind ins Licht gerufen. Auch wenn wir traurig sind, wir sollen dennoch froh jubeln, denn in dieser Nacht ist Christus zum Leben auferstanden. Deshalb entzündeten wir am lodernden Feuer die Osterkerze. Denn wir warten auf Christus, unser Licht.

 

Warum riefen wir uns mit Texten der Bibel den Weg Gottes mit seinem auserwählten Volk ins Gedächtnis, den er von der Weltschöpfung an mit uns Menschen gegangen ist? Damit wir nicht vergessen, wer wir Menschen sind, woher wir kommen und wohin wir gehen.
Warum ist diese Nacht so ganz anders? Weil wir in dieser Nacht das Wasser der Taufe geweiht haben und so bekennen, dass immer wieder Menschen zum Licht geboren werden. Wir wollen dafür dankbar sein, weil viele einst mit dem Wasser getauft wurden für das Leben mit Gott.
Es wünscht Ihnen eine frohe Osterzeit Ihr Pfarrer
P. Hans-Joachim Winkens SAC