GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 19. August 2009

 

Stolpersteine

Klaus Marheinecke
Kath. Kirchengemeinde MARIÄ HIMMELFAHRT E-Mail: KlausMarheinecke@Gmx.de

 

Man sagt schon mal: „Der stolpert über seine eigenen Füße..“ und will damit etwas spöttisch jemanden als Tolpatsch bezeichnen. Wenn aber ein Stein zum Stolperstein wird, dann kann das recht bösartige Folgen haben, über die es nichts mehr zu lachen gibt. Jemand könnte im Krankenhaus landen, wo ihm hoffentlich geholfen werden kann. Die Stolpersteine, die ich meine, haben einen sehr ernsthaften Hintergrund und erinnern, deutlich gesagt, an Mord. Es sind inzwischen 17.000 Stück in 430 Orten Europas, allein in Hamburg wurden bis jetzt 2.400 Stück verlegt. Diese Steine sollen erinnern an Mitbürger, die von den Nationalsozialisten in den Jahren 1933 bis 1945 grausam, brutal ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Freitod getrieben wurden. Diese Stolpersteine sind kubische Betonsteine mit einer Kantenlänge von Zehn Zentimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden vor dem letzten frei gewählten Wohnort des Opfers eingelassen. Seit Juni 2009 finden wir auch in Rahlstedt einen solchen Stolperstein und zwar im Güstrower Weg Nr. 5. Er trägt die Inschrift „Hier wohnte Wilhelm Baron, JG 1891,verhaftet 1938-39 KZ Fuhlsbüttel. Ermordet 24.2.1939 Untersuchungsgefängnis Fuhlsbüttel.“   Wilhelm Baron hatte mit seiner Familie hier seinen letzten Wohnsitz und wurde wegen sogenannter „Rassenschande“ verhaftet, gefoltert und wurde tot in seiner Zelle aufgefunden. Es ist Schülerinnen des Gymnasiums Rahlstedt zu danken, die mit Unterstützung ihres Schulleiters in mühevoller Kleinarbeit diesen schlimmen Tatbestand erforscht und sich für die Verlegung dieses Stolpersteines eingesetzt haben. In einer schlichten Feierstunde wurde in Gegenwart von Vertretern der Schule, der Politik und Kirche des Rahlstedter Juden Wilhelm Baron gedacht. Er steht damit für viele weitere Opfer. Wir können stolz darauf sein, dass es bei uns junge Leute gibt, die sich heute um die grausamen Schicksale aus unserer so unseligen Vergangenheit kümmern. Zu oft wird schon wieder diese Zeit verdrängt und vergessen. Darum sollen wir diese Tat dankbar anerkennen. Das meint
Ihr Klaus Marheinecke