GOTT UND DIE WELT

Veröffentlichung am 10. Juni 2009

Fronleichnam

Klaus Marheinecke
Kath. Kirchengemeinde MARIÄ HIMMELFAHRT
E-Mail: KlausMarheinecke@Gmx.de

Auf den Kalendern erscheint dieser Donnerstag mit dem roten Zusatz „Fronleichnam.“ Vielleicht kann nicht jeder von unseren Lesern mit diesem Fest etwas anfangen, zumal der Name auch noch etwas ungewöhnlich ist. Die Bezeichnung kommt aus dem Altdeutschen, wo Fron für Herr stand wie z.B. in dem Wort Frondienst, also Herrendienst. Mit Leichnam meinte man nicht Tote, sondern jeden Leib oder Körper. So kann man das Wort Fronleichnam ganz einfach mit „Herrenleib“ übersetzen. In vielen katholischen Ländern, auch in deutschen katholischen Regionen wird dieser Tag als großer Feiertag mit Gottesdiensten und Prozes-sionen begangen. Regelmäßig zeigt das Fernsehen die große Schiffsprozession auf dem Rhein bei Köln und andere Feierlich-keiten aus dem süddeutschen Raum, die vielen Norddeutschen vielleicht doch etwas fremdartig vorkommen mögen. Es wird an diesem Tag der Einsetzung des Abendmahls vor über 2000 Jahren in Jerusalem am Gründonnerstag-abend gedacht. Da am Tage darauf Karfreitag, also der Todestag Christi ist, verzichtet die Kirche

  auf Feierlichkeiten und hat sie auf den 60. Tag nach Ostern verlegt.Ich habe auch schon mal das Wort „Frohenleichnam“ vernommen, was auch keine so schlechte Deutung. ist. Denn es ist ein Frohes Fest, an dem die Kirche daran erinnert, dass Jesus Christus sich in Abendmahl/Kommunion unter den Gestalten von Brot und Wein den Gläubigen zur Speise gibt. „ Das ist mein Leib – Das ist mein Blut“ waren seine Worte und er trug es den Aposteln auf „Tut dieses zu meinem Gedächtnis.“ Manchem mag das alles vielleicht furchtbar fromm vorkommen. Aber ich finde es einfach tröstlich, dass jemand Tag und Nacht für uns da ist, zu dem man immer kommen kann, der nicht auf den Stand, auf die Hautfarbe oder Rasse sieht! Das ist eine Grundwahrheit des christlichen Glaubens, die uns Gottes Liebe und Fürsorge für seine Schöpfung verheißt. Er hat nicht diese Welt hingestellt und sagte: „Nun macht mal, ich ziehe mich jetzt zurück.“ Nein er ist immer für uns da!
Das glaubt Ihr Klaus Marheinecke